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Gesundheitsnews





Osteoporose – nicht nur eine Erkrankung im Alter
Osteoporose – nicht nur eine Erkrankung im Alter


Prof. Lorenz Hofbauer und Schwester Sonja Beutel vor dem Gerät zur DXA-Knochendichtemessung.

Das an der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden angesiedelte Osteoporosezentrum versorgt jedes Jahr rund 500 Patienten, die bereits im Alter zwischen 20 und 50 Jahren an Knochenschwund erkranken. Wenn die Osteoporose so zeitig auftritt, ist die Betreuung durch ein interdisziplinäres Spezialistenteam entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf, denn es bedarf einer aufwändigen Diagnostik, um eine geeignete Therapie gegen den schleichenden Verlust an Knochensubstanz zu finden. Darauf weist Professor Lorenz Hofbauer, Leiter des Osteoporosezentrums am Dresdner Uniklinikum, anlässlich des übermorgen (20. Oktober) stattfindenden Weltosteoporosetags hin.

Bei jungen Patienten liegen die Ursachen für die Osteoporose oftmals in einer chronischen Erkrankung wie Diabetes oder Rheuma und der damit einhergehenden Therapie. Auch die Folgen einer Krebstherapie und ein gestörter Hormonhaushalt zählen zu den Auslösern der sekundären Osteoporose.

Mit jährlich 3.000 vornehmlich ambulant behandelten Patienten aller Altersgruppen ist das Osteoporosezentrum der Medizinischen Klinik III des Dresdner Universitätsklinikums eines der größten Zentren dieser Art in Ostdeutschland. Nicht wenige der hier versorgten 20- bis 50-jährigen Patienten kommen erst sehr spät zu den Dresdner Spezialisten, weil die Ursache ihres Leidens, das sich vor allem in starken Schmerzen oder Knochenbrüchen bemerkbar macht, nicht erkannt wurde. Dass ein schleichender Abbau von Knochensubstanz vorliegt, lässt sich anhand von Knochendichtemessungen noch gut erkennen. Doch erst danach beginnt die eigentliche Arbeit des vom Osteoporosezentrum koordinierten interdisziplinären Spezialistenteams. „Wir arbeiten wie Detektive und ermitteln in alle Richtungen“, sagt Prof. Lorenz Hofbauer.

Anders als bei der Osteoporose im hohen Lebensalter, die von natürlichen Veränderungen des Hormonhaushalts, Bewegungsarmut sowie den Alterungsvorgang selbst begünstigt wird, scheinen viele der jungen Patienten auf den ersten Blick sehr agil und gesund zu sein. „Zu uns kommen Frauen, die in einem Ballettensemble getanzt haben, junge Mütter oder sportliche Männer, die in der Freizeit an Langstreckenläufen teilgenommen haben“, berichtet Prof. Hofbauer. Was sie in das Osteoporosezentrum führt, sind oftmals Knochenbrüche, die sie sich bei leichten Stürzen im Alltag zugezogen haben oder starke Rückenschmerzen. „Wenn eine Mutter ihr kleines Kind nicht mehr hochheben kann oder ein Kellner es nicht mehr schafft, den ganzen Tag zu stehen, ist das gravierend. Hier steht viel auf dem Spiel, denn dadurch droht ihnen die Erwerbsunfähigkeit“, umreißt der Leiter des Osteoporosezentrums die Problematik dieser Altersgruppe.

Normalerweise gehen bei Menschen im erwerbsfähigen Alter leichte Stürze glimpflich ab. Wenn sie jedoch beim Joggen ausrutschen und einen Armbruch davontragen, obwohl sie sich beim Sturz gut abfangen konnten, werden die Ärzte hellhörig. Ursache ist oft ein mehrjähriger Abbauprozess, der schließlich die Knochen so spröde macht, dass sie normalen Belastungen nicht mehr standhalten. Dies führt auch bei einigen Patienten dazu, dass die Wirbelkörper einbrechen. So verlieren Osteoporosepatienten in wenigen Jahren vier, manche sogar bis zu zehn Zentimetern ihrer Körpergröße. „Da vor allem die Wirbelkörper zwischen Brust und Becken betroffen sind, werden bei diesen Patienten Jacketts zu Mänteln“, berichtet Dr. Elena Tsourdi, die im Osteoporosezentrum viele Patienten sieht. Diese Veränderungen sind nicht nur ästhetischer Natur: Die krankheitsbedingt verformten Wirbel verändern die Statik und können durch Druck auf Nerven oder das Rückenmark stärkste Schmerzen auslösen.

Im Osteoporosezentrum spielt die Erstdiagnostik gerade bei den jungen Patienten eine große Rolle. Neben der Knochendichtemessung stehen spezielle Laboruntersuchungen des Knochen- und Kalziumstoffwechsels sowie des Hormonstatus und gezielte Gentests im Mittelpunkt. Hinzu kommen ausführliche Gespräche mit den Patienten zu Vorerkrankungen und deren Behandlungen sowie ähnlich gelagerte Krankheitsbilder in der Verwandtschaft. Die Gruppe der jüngeren Patienten benötigen im Anschluss eine oft sehr umfassende Weiterbetreuung. Auch die Teilnahme an klinischen Studien ist eine Option, um das Problem in den Griff zu bekommen. Zudem kann das Zentrum innerhalb des Uniklinikums auf die Expertise des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC) zurückgreifen – zum Beispiel für eine Knochenbiopsie, für die Stabilisierung von Wirbeln (Kyphoplastie oder Vertebroplastie) oder für die Schmerztherapie. Zudem können Physiotherapeuten den Patienten dabei helfen, trotz der krankheitsbedingten Probleme weiterhin einen aktiven Lebensstil zu pflegen und so die Knochen zu stärken.

„Trotz des großen diagnostischen Aufwands können wir bei einem Drittel aller Patienten den Auslöser der Osteoporose nicht identifizieren“, sagt Prof. Hofbauer. Deshalb hat das Zentrum mehrere Studien zur sekundären Osteoporose initiiert und beteiligt sich an weiteren Forschungsprojekten. Um Betroffenen auch ohne eine abschließende Diagnose bestmöglich zu versorgen, arbeitet das Osteoporosezentrum mit hochspezialisierten Zentren der Uniklinika in Berlin, Hamburg und Würzburg telemedizinisch zusammen. Im gemeinsamen „National Bone Board“ sprechen die Spezialisten über jene Patienten, die aufgrund des Krankheitsbildes individuelle Therapiestrategien benötigen.

Hintergrundinformation Weltosteoporosetag (WOT)

Ins Leben wurde der Tag vom britischen Osteoporoseverband ins Leben gerufen. Das Ziel: Durch Informationsveranstaltungen und publikumswirksame Aktionen weltweit gesellschaftliches Bewusstsein für die Knochengesundheit und die Prävention von Osteoporose zu schaffen. Inzwischen ist der Weltosteoporosetag durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als offizieller, weltweiter Aktionstag anerkannt worden und findet seither immer am 20. Oktober statt. Die International Osteoporosis Foundation (IOF) organisiert den Weltosteoporosetag, der mittlerweile von Patientenorganisationen in rund 90 Ländern ausgerichtet wird.

Der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose, die größte deutsche Patientenorganisation, veranstaltet anlässlich des Weltosteoporosetags Patientenkongresse. Die diesjährige Veranstaltung findet am 21. Oktober im Berliner Rudolf-Virchow-Haus statt. Hier können sich Betroffene in Vorträgen über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, Behandlungsrichtlinien, Erstattung durch die Krankenkassen und vieles mehr informieren und vom Erfahrungsaustausch mit anderen Osteoporose-Patienten profitieren. Außerdem können sie individuelle Fragen in einer Expertensprechstunde klären. Die Teilnahme am Kongress ist ohne Anmeldung möglich und kostenlos. www.osteoporose-deutschland.de/


Sport auch mit Darmkrebs
Sport auch mit Darmkrebs


Aktivität steigert Überlebenschancen

Sport treiben fällt vielen Krebs-Patienten schwer. Doch die Anstrengung lohnt sich – bei Darmkrebs lässt regelmäßige Bewegung die Überlebenschancen deutlich ansteigen.

Sport ist gesund und schützt vor vielen Erkrankungen – darunter auch Darmkrebs. Doch sportliche Aktivität wirkt nicht nur vorbeugend: Selbst Patienten, die bereits an Darmkrebs erkrankt sind, haben eine um 40 Prozent gesteigerte Überlebenschance, wenn sie sich regelmäßig körperlich betätigen, berichtet der Berufsverband Deutscher Internisten. Dazu leiden sie weniger unter Erschöpfungssymptomen, fühlen sich leistungsfähiger und kommen psychisch besser mit ihrer Erkrankung zurecht.

Selbst intensiver Sport mit Darmkrebs möglich

Die Stiftung LebensBlicke zur Früherkennung von Darmkrebs empfiehlt Krebspatienten pro Woche 150 Minuten moderates und 75 Minuten intensives Ausdauertraining. Selbst Krafttraining sei möglich. Dabei muss die Belastung aber individuell dem Alter und Gesundheitszustand des Betroffenen angepasst werden.

Schwächt Sport Entzündungsreaktionen bei Darmkrebs ab?

Warum körperliche Aktivität sich positiv auf Entstehung und Verlauf von Darmkrebs auswirkt, ist nicht endgültig geklärt. Mediziner vermuten, dass Bewegung Entzündungsreaktionen im Körper abschwächt und die Neubildung von Blutgefäßen anregt. „Hier gibt es sicherlich noch Klärungsbedarf“, merkt Dr. Dagmar Mainz, Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, an. „Aber schon jetzt kann kein Zweifel bestehen, dass die organisatorische und finanzielle Unterstützung von sportlichen Aktivitäten bei Darmkrebspatienten eine erfolgversprechende Maßnahme darstellt."

Quelle: Internisten im Netz


Muskelschwund im Alter
Muskelschwund im Alter


Sarkopenie lässt sich vorbeugen

Dass die Muskelmasse und damit die Kraft im Alter nachlässt, ist kaum zu verhindern. Jedoch gibt es Möglichkeiten, diesen auch als Sarkopenie bekannten krankhaften Muskelschwund in Grenzen zu halten.

„Wir sprechen von Sarkopenie, wenn sowohl die Muskelmasse als auch die Muskelfunktion abnimmt“, erklärt Tommy Cederholm, Professor für Klinische Ernährung an der Universität Uppsala in Schweden. Befördert wird die altersbedingte Muskelabnahme durch wenig Bewegung, chronische Krankheiten und Mangelernährung. Die Folgen sind ernst zu nehmen: Betroffene riskieren gefährliche Stürze, werden zunehmend immobil und können ihren Alltag oft nicht mehr alleine bewältigen.

Proteinreiche Kost kann Sarkopenie verlangsamen

„Die Basis der Behandlung ist gezieltes Krafttraining, insbesondere für die größten Muskeln des Körpers“, betont Cederholm. „Der zweite Pfeiler ist eine Ernährungsumstellung.“ Da ältere Menschen weniger Energie verbrauchen, essen sie zumeist auch weniger. Da der Körper im Alter Proteine schlechter verarbeitet, müssten sie hiervon jedoch mehr zu sich nehmen, um den Muskelabbau zu begrenzen. Hingegen sollten Fett und Kohlenhydrate auf dem Speiseplan nur eine untergeordnete Rolle spielen. Auch Vitamin D könnte für die Muskelfunktion eine wichtige Rolle spielen.

Prävention soll Sarkopenie schon vor dem Alter verhindern

Zur erfolgreichen Therapie der Sarkopenie gehört für Cederholm auch die Prävention: „Wir müssen das Wissen aus der Geriatrie auch auf jenen Teil der Bevölkerung ausdehnen, der auf das Alter zugeht.“ Ein weiterer Behandlungsansatz könnte laut dem Experten in Nährstoff-Präparaten mit muskelaufbauenden Effekten liegen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.