Praxis für Ergotherapie - Anna & Wolfgang Brodeßer
Sternstr. 5
40479 Düsseldorf

Telefon: (0211) 5 63 80 80
Fax: (0211) 5 63 80 63
E-Mail: ergo-brodesser@web.de




Unsere Sprechzeiten

Montag
08:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Diensta
08:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Mittwoch
08:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Donnerstag
08:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Freitag
08:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Gesundheitsnews





Wenn das Sprechen schwerfällt
Wenn das Sprechen schwerfällt


Von einem Schlaganfall betroffene Personen erhalten während des logopädischen Trainings direktes Feedback und können sich stetig verbessern.

Die Folgen eines Schlaganfalls können vielfältig sein. Sind Patientinnen und Patienten im Nachhinein von Sprachstörungen betroffen, dann kann es sich um Aphasie handeln – eine neuropsychologische Folge des Schlaganfalls. Betroffenen kann hier mit einer gezielten logopädischen Versorgung geholfen werden. Unter anderem darauf konzentriert sich das jetzt gestartete Projekt mit hybrider und interaktiver Sprach- und Sprechtherapie namens »HiSSS«. Unter der Leitung der SpeechCare GmbH erarbeiten das Fraunhofer IDMT mit der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst sowie der Bitnamic GmbH neue Lösungsansätze.

Das Fraunhofer IDMT leistet im Projekt »HiSSS« einen wichtigen Beitrag zur logopädischen Therapie nach einem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall leiden laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie etwa 35% der Patientinnen und Patienten in der Akutphase und 20% in der chronischen Phase an den neurogen verursachten Sprach- und Sprechstörungen. Diese sogenannten Aphasien und Dysarthrophonien können isoliert oder auch in Kombination auftreten. Mit Hilfe hybrider und interaktiver teletherapeutischer Ansätze wird in »HiSSS« ein softwarebasiertes Lernsystem entwickelt, das in der Präsenztherapie und in der Videotherapie genutzt werden kann. Außerdem können die Nutzerinnen und Nutzer es zum Eigentraining ohne Betreuung verwenden. »Das System ist mobil und flexibel und funktioniert auch ohne permanenten Kontakt zu einer Therapeutin oder einem Therapeuten. Dadurch können Patientinnen und Patienten selbstständig und durch integrierte Elemente der Gamification auf spielerische Art und Weise mehr trainieren, ohne Abbruch der Therapieinhalte oder Einschränkungen in der Qualität«, erklärt Klaus Kugelmann, Geschäftsführer der SpeechCare GmbH.

»Wir freuen uns, dass wir durch unseren hybriden Ansatz die Vorteile von Sprachtechnologien weiter in die therapeutische Anwendung bringen können«, berichtet Laura Tuschen, Leiterin der Gruppe Assistive Sprech- und Sprachanalyse am Institutsteil für Hör-, Sprach und Audiotechnologie HSA des Fraunhofer IDMT. »Dadurch ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Teilhabe und Kommunikation für Betroffene.« Seit Anfang des Jahres wurde in den Heilmittel-Richtlinien (https://www.g-ba.de/beschluesse/5079/) der Weg für den Einsatz von videogestützter Therapie erleichtert, wovon sich das Konsortium einen weiteren Schub für die geplanten Technologien verspricht.

Unterstützung beim Wiedererwerb von verbaler Kommunikation mittels Verfahren des maschinellen Lernens

Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Gruppe »Automatische Spracherkennung« des Fraunhofer IDMT unterstützt die Forschungsgruppe von Frau Tuschen das Projekt bei der Erfassung von Sprach- und Sprechdaten. Dabei werden Verfahren des maschinellen Lernens, der automatischen Spracherkennung und -bewertung sowie der optischen Mimik- und Gesichtsanalyse eingesetzt, um ein direktes und individuelles Feedback beim Training in der App zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Forschungsfelder am Fraunhofer IDMT sowie innerhalb des Konsortiums spiegeln die Interdisziplinarität des Vorhabens wider. »HiSSS« wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter der Trägerschaft des VDI/VDE und läuft noch bis zum Jahr 2025.

Die Gruppe »Assistive Sprech- und Sprachanalyse« um Laura Tuschen wurde im vergangenen Jahr gegründet und fokussiert sich auf die Entwicklung und Verwertung von digitalen Sprachverarbeitungstechnologien. Dazu forschen die Expertinnen und Experten an der automatischen Sprach-, Sprech- und Stimmbewertung mittels maschinellen Lernens und Computerlinguistik. Im Bereich der Gesundheitsforschung arbeitet das Fraunhofer IDMT eng mit der Universität Oldenburg zusammen. Bereits seit ein einigen Jahren forscht der Institutsteil HSA im Bereich »Connected Health«. Dabei steht bei allen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Gesundheitsbereich der flexible Einsatz von Gesundheitssystemen ohne klinische Infrastruktur im Vordergrund.

Weiterführende Informationen auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Neurologie Rehabilitation aphasischer Störungen nach Schlaganfall Archive - Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V.: https://dgn.org/leitlinien_tags/rehabilitation-aphasischer-stoerungen-nach-schlaganfall/

Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA am Fraunhofer IDMT in Oldenburg

Der im Jahre 2008 unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier und Dr. Jens-E. Appell gegründete Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT steht für marktnahe Forschung und Entwicklung mit Schwerpunkten auf

- Sprach- und Ereigniserkennung
- Klangqualität und Sprachverständlichkeit sowie
- Mobile Neurotechnologie und Systeme für eine vernetzte Gesundheitsversorgung.

Mit eigener Kompetenz in der Entwicklung von Hard- und Softwaresystemen für Audiosystemtechnologie und Signalverbesserung setzen über 100 Mitarbeitende am Standort Oldenburg wissenschaftliche Erkenntnisse in kundengerechte, praxisnahe Lösungen um.

Über wissenschaftliche Kooperationen ist der Institutsteil eng mit der Carl von Ossietzky Universität, der Jade Hochschule und der Hochschule Emden/Leer verbunden. Das Fraunhofer IDMT ist Partner im Exzellenzcluster »Hearing4all«.

Weitere Informationen auf www.idmt.fraunhofer.de/hsa


So gärtnern Sie, ohne den Rücken zu überfordern
So gärtnern Sie, ohne den Rücken zu überfordern


AGR e. V.: Grüner Daumen kennt keinen Schmerz

Der Frühling steht vor der Tür und mit ihm die von vielen Hausbesitzern heißgeliebte Gartensaison. Narzissen, Stiefmütterchen und Tulpenzwiebeln fordern jetzt schon die ersten „Bücklinge“ – aber aufgepasst: Wer zu viel Unbedachtes im Garten leistet, dem drohen Rückenschmerz und Verspannung. Wenn es richtig schiefläuft, kann auch mal ein ausgewachsener Hexenschuss das Dankeschön frisch eingebrachter Gartenpflanzen sein.

Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. gibt Tipps, wie die Gartenarbeit Hand in Hand mit einer guten Rückengesundheit einhergeht. Denn eins steht fest: Ein gesunder Rücken wird von der richtigen Bewegung im Garten an der frischen Luft nicht geschwächt, sondern gestärkt.

Gartenarbeit – perfektes Workout in der Natur

Bei der Gartenarbeit werden nahezu alle Muskelgruppen des Stütz- und Bewegungsapparates beansprucht. „Der Rücken verrichtet dabei manchmal echte Schwerstarbeit“, sagt Detlef Detjen, Experte auf dem Gebiet der Umgebungsprävention. „Das Umgraben eines Gemüsebeets fordert Muskulatur, Wirbelsäule, Sehnen und Bandscheiben wirklich heraus.“ Hier müssen belastungsbedingte Verletzungen gar nicht erst entstehen, wenn einige Tipps befolgt werden:

  • Achten Sie auf Ihre Bewegungsabläufe, um gelenk- und rückenfreundlich zu gärtnern. Heben Sie zum Beispiel stets aus den Knien und vollziehen Sie keine ruckartigen Bewegungen. Nutzen Sie außerdem Hilfsmittel wie kleine Unterlagen, falls Sie im Beet beim Pflanzen länger knien müssen.
  • Gartengeräte mit ergonomischen Griffen und Stielen, die am besten auch noch individuell verstellbar sind, sollen die Arbeit erleichtern und den Rücken schonen.
  • Da Gartenarbeit meist auf dem Boden stattfindet, sollten Sie auf keinen Fall dauerhaft gebückt arbeiten, sondern möglichst aufrecht. Gehen Sie am besten in die Hocke oder knien Sie. Stellen Sie ein Bein auf und stützen den Unterarm auf den Oberschenkel. So halten Sie sich gerade und entlasten den Rücken.
  • Schwere Lasten sollten Sie verteilen, indem Sie zum Beispiel besser zwei kleine Gießkannen tragen, statt einer großen.
  • Ganz wichtig: Wechseln Sie häufig die Position und gestalten Sie Ihre Gartenarbeit abwechslungsreich. Monotone Bewegungen, die Sie über einen längeren Zeitraum ausführen, sind extrem anstrengend - auch für den Rücken. Durch verteilte Belastungen werden verschiedene Muskelgruppen abwechselnd beansprucht, statt einer dauerhaften Belastung ausgesetzt zu sein.

Der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung fördert die Durchblutung der Muskulatur und beugt Verspannungen und Rückenschmerzen vor.

Hecke schneiden – aber richtig!

Hecken sind für viele Gärten nicht nur Zaun, sondern auch Sichtschutz oder sogar optische Highlights der Gartengestaltung. Umso mehr sollten sie gepflegt aussehen und mehrmals im Jahr gestutzt werden. Besonders problematisch sind dabei die Über-Kopf-Arbeiten, weil die schweren Heckenscheren in dieser Position Rücken und Nacken besonders stark belasten. Die Folge können schmerzhafte Verspannungen sein. Wie Sie diesen vorbeugen können, erfahren Sie auf www.agr-ev.de/heckenschere.

Rasen rückenfreundlich pflegen

Wenn Sie einen gut gepflegten Rasen mögen, kennen Sie das: Das Grün muss regelmäßig gemäht werden, damit es schön satt aussieht und gesund bleibt. Doch gerade Rasenmähen zählt – besonders bei größeren Rasenflächen – zu den besonders anstrengenden und in der Familie unbeliebten Arbeiten. Eine gekrümmte Körperhaltung und schwere, schlecht gängige Rasenmäher beanspruchen Wirbelsäule und Gelenke unnötig. Wer nicht auf einen Rasenmäh-Roboter umsteigen möchte, hat weitere Optionen.  Mit folgenden Tipps wird Ihnen eine rückenschonende Handhabung ermöglicht: Achten Sie auf höhenverstellbare Holme, ergonomische Handgriffe, geringes Gewicht, optimale Gewichtsverteilung auf den Achsen sowie leichte Bedienbarkeit aller Elemente.

Weitere Tipps finden Sie außerdem unter: www.agr-ev.de/rasenmaeher

Für den akkuraten Schnitt der Rasenkanten und für schwer zugängliche Bereiche sind Rasentrimmer sehr beliebt. Zusätzlich haben manche Geräte Stützräder und einen drehbaren Rotorkopf. Das erleichtert die Arbeit mit dem Rasentrimmer nochmal.

Generell gilt: Achten Sie beim Kauf von Gartengeräten auf folgende Eigenschaften und Kriterien, dann wird’s rückengerecht:

  • Leichtgewicht bevorzugt: Das Gerät sollte nicht zu schwer in der Hand liegen.
  • Variabel: Lässt sich das Gerät oder Gartenwerkzeug auf unterschiedliche Handhaltungen oder Höhen einstellen? So werden einseitige Belastungen vermieden.
  • Die Griffe sollten aus rutschfestem Material und die Bedienelemente in jeder Position gut zu erreichen sein. So ist das Arbeiten möglichst sicher.

Auszeit vom Grünen

Hallo Garten - Hallo Auszeit! Wissen Sie eigentlich noch, warum Sie im Garten arbeiten? Genau! Um ihn von Zeit zu Zeit einfach vom Stuhl aus zu bewundern! Machen Sie also insbesondere am Anfang der Saison – wenn Ihre Muskeln noch nicht an die schwere Last gewöhnt sind – regelmäßige Pausen. 10 Minuten im Liegestuhl die Sonne bei einem kühlen Glas Limonade zu genießen, wirkt Wunder. Es muss nicht alles am ersten Tag fertig werden, es kommen noch genug schöne Tage für die Gartenarbeit.

Mehr erfahren Sie unter: https://www.agr-ev.de/de/rueckenschmerzen/rueckenuebungen

19.05.2022 DGA | Quelle: Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.


Bei Demenz und Vorstufen: Abbau verzögern, Emotionen positiv aufladen
Bei Demenz und Vorstufen: Abbau verzögern, Emotionen positiv aufladen


Bei Demenz und Vorstufen: Abbau verzögern, Emotionen positiv aufladen

Erhalten Menschen die Diagnose "Demenz" oder stellen sich erste kognitive Defizite ein, übernehmen oftmals Angehörige die Aufgaben, die den Betroffenen selbst nicht mehr gut gelingen. "Genau das fördert den Prozess des geistigen Abbaus zusätzlich", rät daher Anne Wirsing, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.), von diesem weit verbreiteten Verhalten ab. Zwei Studien geben ihr recht: Alltagspraktische und kognitive Fähigkeiten von Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz lassen sich für einen bestimmten Zeitraum stabil halten. Die Studien fanden mit Teilnehmer:innen der Gruppentherapie MAKS® statt.

In Alters- oder Pflegeheimen gibt es ebenso wie in Tageseinrichtungen zur Auflockerung des Alltags Angebote wie Gymnastik, Raten und Rätseln, Zeitungsrunde und Ähnliches. Diese Programmpunkte aus kognitiver und motorischer Betätigung sind meist über die ganze Woche verteilt; es findet somit an mehreren Tagen etwas statt. Was einigen Menschen eine Abwechslung bringt, kann für Menschen mit Demenz den Nachteil haben, dass sie das Praktizierte oder Trainierte bis zur nächsten Stunde wieder vergessen haben. Oder nicht optimal einsetzen können. Einen anderen Ansatz verfolgt das Therapiekonzept MAKS®, eine Gruppentherapie für Menschen mit beginnender bis mittelschwerer Demenz. Die Grundidee: alle Elemente bündeln, zusätzlich soziale und alltagspraktische Fähigkeiten trainieren und alles aufeinander aufbauen. Von dieser, dem Abbau entgegensteuernden Vorgehensweise profitieren alle - auch die Fitten.

Soziale Einstimmung frischt Emotionen bei Menschen mit Demenz auf

Das zweistündige Programm, das wenigstens einmal die Woche stattfinden soll, um bei Menschen mit beginnenden kognitiven Defiziten oder Demenz die gewünschte Wirkung zu erzielen, besteht aus vier Modulen zum Fördern der motorischen, alltagspraktischen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten. Zunächst geht es darum, ein Thema zu finden, das sich wie ein roter Faden durch sämtliche Module des jeweiligen Treffens zieht. Bei den ersten Treffen schlägt die Ergotherapeutin etwas vor; mit zunehmendem Vertrauen und wachsender Verbindung untereinander entwickeln die Teilnehmenden selbst Ideen. Im ersten Modul, der sozialen Einstimmung, gibt die Ergotherapeutin den teilnehmenden Menschen mit Demenz Impulse, um ihre Emotionen und Erinnerungen anzuregen. Dabei werden eigene biografische Erlebnisse der Teilnehmenden wachgerufen, es entstehen Bilder und Wünsche in ihren Köpfen. "Jedes Thema lässt sich bespielen", sagt Anne Wirsing und nennt exemplarisch unterschiedliche Bereiche, die sie mit ihren Gruppen bearbeitet wie 'Glück', 'Zeit', 'Liebe' oder 'Freundschaft'. "Das Spannende ist", sagt die Ergotherapeutin, "dass die Teilnehmenden beim Hinführen zum Thema ins Nachdenken und Philosophieren kommen oder beginnen, sich eine Meinung zu bilden und diese zu äußern". Wer würde das von Menschen mit einer Demenz vermuten? Befassen sich die Gruppenteilnehmenden etwa mit dem Thema 'Zeit', ist ein zentraler Aspekt der Alltag im Heim. Eine gute Gelegenheit, sich etwas einfallen zu lassen, um die Tage mit mehr erfüllenden Begegnungen und sinnvollen Betätigungen zu verschönern. Ein durchaus erwünschter Nebeneffekt des Programms für Menschen mit Demenz: Wer gemeinsame Interessen hat oder miteinander Neues probieren möchte, findet so leichter zusammen - Kontakte knüpfen funktioniert in diesem zunehmend vertrauten Umfeld wie von selbst. Etwas, das ansonsten in Heimen oder generell unter alten Menschen kaum passiert. "Das Thema 'Freundschaft' wird also nicht nur besprochen, es wird für manche sogar zur Realität", bestätigt die Ergotherapeutin.

Sinnvoll für Menschen mit Demenz: Sauerstoffversorgung plus Koordination im Hirn ankurbeln

Im folgenden Modul 'Motorik' geht es mit Übungen weiter, die das Herz-Kreislauf-System in Gang bringen - optimale Voraussetzungen für das dritte Modul, das kognitive Training. Durch die unterschiedlichen Bewegungsübungen kommt es zu einer besseren Sauerstoffversorgung im Gehirn der Menschen mit Demenz. So lassen sich die motorischen Fähigkeiten besser aktivieren und erhalten und ebenso die Bewegungssicherheit und die Körperwahrnehmung fördern. Ebenso wichtig: Übungen, die die Koordination trainieren. "Ich lasse die Gruppe mit dem rechten Fuß etwas anderes tun als mit dem linken, die Arme gegengleich bewegen und so weiter", erklärt die Ergotherapeutin, wie sich die Koordinationsfähigkeit der Teilnehmenden mit Demenz trainieren lässt. Das regt beide Hirnhälften an, sie verknüpfen sich besser und man geht davon aus, dass dies zusammen mit weiteren Einflüssen Antriebslosigkeit und Stimmungstiefs entgegenwirken kann. Ebenso wie der Humor, mit dem die Ergotherapeutin Anne Wirsing die Stunden auflockert. Das animiert alle, über eigene Missgeschicke und über sich selbst zu lachen. "Diese Generation hat Perfekt-sein und Funktionieren-müssen extrem verinnerlicht - das ist zu relativieren", betont die Ergotherapeutin. Das gilt auch für Übungen zur Stifthaltung und das Schreiben. Das sich verändernde Schriftbild ist eines der Merkmale, an denen eine Demenz bereits früh zu erkennen sein kann. Durch die für Ergotherapeut:innen typische Leichtigkeit und spielerische Art lernen Menschen mit Demenz, Unzulänglichkeiten zu akzeptieren. Die Ergotherapeutin vermittelt ihnen, die Schrift als zweckdienlich zu betrachten. Nicht die schöne, perfekte Schrift, sondern die Schrift, die Menschen mit einer Demenz ermöglicht, ihre Selbstständigkeit zu bewahren, ist die beste Schrift. Mit einer solchen Haltung gelingt es den Betroffenen, das Leben wieder in einem positiven Licht zu betrachten und die Energie für die Dinge einzusetzen, die ihnen wichtig sind.

Gemeinsam mit der Ergotherapeutin zuvor Trainiertes im alltagspraktischen Teil umsetzen

"Jedes Modul hat seinen Sinn und bereitet jeweils auf das folgende vor: an Emotionen und Erinnerungen rühren, die Muskeln ebenso wie die grauen Zellen zu individuellen Höchstleistungen anregen, um im letzten, dem alltagspraktischen Modul, an vorhandene Ressourcen anknüpfen zu können", fasst die Ergotherapeutin zusammen, wie es gelingt, die bestmöglichen Ergebnisse bei den praktischen Betätigungen zu erzielen. Diese richten sich, so wie die Übungen zuvor, am Thema des Tages aus. Am Beispiel des bei vielen beliebten Themas 'Bienen', das im Zuge des Bienensterbens aufkam, erläutert die Ergotherapeutin, weshalb insbesondere der alltagspraktische Teil ein Highlight für alle, auch die anleitenden Ergotherapeut:innen selbst, ist. Die Teilnehmenden produzieren beispielsweise Seedbombs aus Erde, Lehm und Blumensamen und verteilen sie anschließend bei einem Spaziergang in der Umgebung. Die Menschen mit Demenz üben dabei sowohl ihre grob- als auch feinmotorischen Fertigkeiten, ihre sozialen und kognitiven Fähigkeiten werden angesprochen, sie bewegen sich und schlussendlich erleben sie sich als wertvoll und kompetent.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

Mehr zur Gruppentherapie MAKS®: https://www.maks-therapie.de/